Internationales Literaturfestival
Erich Fried Tage

6. bis 11. 10. 2015

Literaturhaus Wien

 

 



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Freitag, 9. Oktober 2015
18:00 Uhr

Hope TuckerJudith Zdesar

Sedimente des Filmischen


Open Lecture: Judith Zdesar (A)
Vortrag mit Filmbeispielen: Hope Tucker (USA)
Gespräch
Thomas Ballhausen (Autor, Literatur- und Filmwissenschaftler) mit Hope Tucker und Judith Zdesar
(Vortrag Hope Tucker & Gespräch in Englisch ohne Übersetzung)

Hope Tucker, geboren 1974 in Memphis, graduierte mit einem B.F.A. des School of the Art Institute in Chicago und einem M.F.A. in Film und Videoproduktion der Universität Iowa. Sie ist MacDowell and Yaddo Fellow und war in der Phillips Academy Andover zu Gast. Tucker ist Assistant Professor für Video und Film am Hampshire College, sie lehrt außerdem Fotografie, Animation, Neue Medien und Visuelle Studien in den USA und Großbritannien. Seit 2000 befasst sie sich mit The Obituary Project, einem Kompendium bewegter Bilder mit dem Ziel der Transformation alltäglicher und populistischer Narrative durch recycelnde Kontextualisierung, das unter anderem in Wien, Kairo, Toronto, New York und London ausgestellt wurde.

Judith Zdesar, geboren 1980, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien, danach Buch, Dramaturgie und Regie bei Michael Haneke an der Filmakademie Wien, wobei sie Auslandssemester an der HFF Potsdam Konrad Wolf (Klasse Drehbuch) und an der Université Stendhal in Grenoble (Klasse Künstlerischer Dokumentarfilm) verbrachte. Für den Kurzdokumentarfilm Bilder aus dem Tagebuch eines Wartenden erhielt sie 2007 den Diagonale-Preis für den besten Kurzdokumentar- und Kurzspielfilm, 2010 wurde ihr der Förderungspreis des Landes Kärnten in der Sparte Film und Elektronische Medien verliehen. Zuletzt: Farben einer langen Nacht (2011), Vakuum (2013), Die andere Seite (2014).


Freitag, 9. Oktober 2015
20:00 Uhr
Europapremiere

William T. Vollmann

»The paradox of fiction of course is you make things real by making them up.«

Einleitung: Sebastian Fasthuber (Literatur- und Musikkritiker)
Lesung
William T. Vollmann (USA)
Whores for Gloria
(dt. Übers. Huren für Gloria von Thomas Melle / 2006)
Riding Toward Everywhere (dt. Übers. Hobo Blues von Thomas Melle / 2009)
Europe Central (dt.Übers.: Robin Detje / 2013 )
The Dying Grass (im Juli 2015 auf Englisch erschienen)

Gespräch
Sebastian Fasthuber mit William T. Vollmann

William T. Vollmann, geboren 1959 in Santa Monica/Kalifornien, besuchte das Deep Springs College, absolvierte ein Komparatistikstudium in Berkeley, und lebt in Sacramento. Er veröffentlichte bislang rund 20 Bücher – Romane, Erzählbände und Sachbücher. Daneben schreibt er als Journalist regelmäßig u. a. für The New Yorker, New York Times Magazine, Esquire, Wall Street Journal. Sein Anspruch an Genauigkeit und Authentizität führte ihn immer wieder in Krisenregionen wie nach Afghanistan zu den Mudschahedin (An Afghan Picture Show; or, How I Saved the World, 1992, dt. Afghanistan Picture Show oder Wie ich die Welt rettete, 2003). Die Frage der Gewalt und ihre ethische Bewertung ist ein zentrales Thema in Vollmanns umfangreichen Werk – sowohl in seinen nichtfiktionalen Texten wie der Studie Rising up and Rising down (2003) als auch in Romanen wie dem mit dem National Book Award ausgezeichneten Europe Central (2005, dt. Europe Central, 2009) über zwei große totalitäre Regime des 20. Jahrhunderts, das „Dritte Reich“ und die Sowjetunion. 2015 erschien der Roman The Dying Grass, der fünfte Teil der Seven Dreams-Serie, an der Vollmann seit über 25 Jahren arbeitet und die die Besiedelung Nordamerikas zum Thema hat – von den Wikingern im Mittelalter bis zu den Navajos und Hopi in Arizona im 20. Jahrhundert.


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