Internationales Literaturfestival
Erich Fried Tage

6. bis 11. 10. 2015

Literaturhaus Wien

 

 



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Biografien aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer

 

Pierre AlfériPierre Alféri, geboren 1963 in Paris, studierte Philosophie in Paris und dissertierte über William Ockham. Alféri schreibt Prosa, Lyrik, Songtexte und Essays; er gilt als einer der innovativsten Schriftsteller seiner Generation und arbeitet regelmäßig mit Musikern, Filmemachern, bildenden Künstlern und Dichterkollegen zusammen. Darüber hinaus hat er sich auch als Übersetzer u. a. von John Donne und Giorgio Agamben einen Namen gemacht. Alféri ist Mitbegründer des Literaturjournals Détail und La Revue de Littérature Générale und unterrichtet in Paris an der École nationale supérieure des Beaux-Arts und der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs sowie in der Schweiz an der European Graduate School in Saas-Fee. Er veröffentlichte mehrere Lyrikbände – darunter Les Allures naturelles (1991) und Kub Or (1994) –, Essays und Romane – zuletzt Les Jumelles (2009) und Kiwi (2012), der mit Illustrationen und in Fortsetzungen erschienen ist.

Jocelyn Bain HoggJocelyn Bain Hogg, geboren 1966 in London, begann nach einem Studium der Dokumentarfotografie am Newport Art College seine Karriere als Standfotograf am Filmset, um später als Werbefotograf für die BBC und in der Modebranche zu arbeiten. Der Schwerpunkt seiner aktuellen Projekte liegt in der Arbeit für Zeitschriften, u. a. The New Yorker, Vogue und Le Monde. Er ist Autor mehrerer Bildbände – sein Buchdebüt, The Firm, einem intimen Einblick in die Welt des organisierten Verbrechens in London, wurde er 2003 mit dem renommierten Lead Award für Porträtkunst ausgezeichnet. Er lehrt an der UAL LCC London. Sein aktuelles Projekt, Sea Change (ab 2013 als Gemeinschaftsarbeit unter Leitung von Bain Hogg) hat die Dokumentation der Jugend in Europa zum Ziel.

Hans Jürgen BalmesHans Jürgen Balmes,geboren 1958 in Koblenz, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Bonn. Ab 1984 arbeitete er frei für den Carl Hanser Verlag und ab 1989 für den Ammann Verlag in Zürich. Seit 1999 ist er Programmleiter für fremdsprachige Literatur im S. Fischer Verlag und Mitherausgeber der im S. Fischer Verlag erscheinenden Literaturzeitschrift Neue Rundschau. Er ist Übersetzer von John Berger und Robert Hass.

Lukas BärfussLukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun, arbeitet als Schriftsteller in Zürich. Er schreibt Romane (Hundert Tage, 2008; Koala, 2014) und Theaterstücke (u. a. Die sexuellen Neurosen unserer Eltern, Der Bus, Die Probe, Öl), die weltweit gespielt werden. Von 2009-13 war er zudem als Dramaturg und Autor am Schauspielhaus Zürich tätig; hier entstanden seine Stücke Malaga (2010) und Zwanzigtausend Seiten (2012). Seine Werke wurden unter anderem mit dem Mülheimer Dramatikerpreis (2005), dem Berliner Literaturpreis (2013) und zuletzt dem Schweizer Buchpreis 2014 ausgezeichnet. Im Frühjahr 2015 erschien der Essayband Stil und Moral. Seit 2015 ist Lukas Bärfuss Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Thomas BallhausenThomas Ballhausen, geboren 1975 in Wien, ist Autor, Übersetzer, Herausgeber, Literatur-, Film- und Kulturwissenschaftler sowie Lehrbeauftragter an der Universität Wien und der Universität Mozarteum Salzburg. Er wurde u. a. mit dem Reinhard Priessnitz Preis (2006) und dem Holfeld Tunzer Preis ausgezeichnet. Herausgeber und Autor zahlreicher wissenschaftlicher und literarischer Publikationen, zuletzt erschienen die Prosabände Lob der Brandstifterin (2013) und In dunklen Gegenden (2014) sowie Signaturen der Erinnerung. Über die Arbeit im Archiv (2015).

Zita BereuterZita Bereuter, geboren 1973 in Egg/Voralberg, ist seit 2001 bei FM4 als Leitung der Literaturredaktion und Mitorganisatorin des Kurzgeschichtenwettbewerbs Wortlaut tätig. Ihr Interesse gilt dem redaktionellen und gestalterischen Umgang mit Büchern, was 2004 mit dem Staatspreis für das schönste Buch Österreichs honoriert wurde. Sie betreibt die FM4 Bücherei, schreibt Rezensionen für Ö1 und moderiert für 3sat.

Marco Thomas BosshardMarco Thomas Bosshard, geboren 1976 in Zürich. Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und Lateinamerikanistik an der Freien Universität Berlin. Er promovierte in Romanischer Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. Seit 2007 ist er verantwortlicher Lektor für iberoromanische Belletristik im Verlag Klaus Wagenbach. Bosshard lehrt als Professor für Spanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Europa-Universität Flensburg.

Paula BullingPaula Bulling, geboren 1986 in Berlin, studierte an der Hochschule für Kunst und Design in Halle an der Saale und ab 2008 Kommunikationsdesign bei Georg Barber. Mit Im Land der Frühaufsteher legte sie 2012 ihr viel beachtetes Graphic-Novel-Debüt vor. Der Band, in dem Paula Bulling ihre Erfahrungen aus Gesprächen mit Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt dokumentiert, wurde nicht nur für den Zeichenstil, sondern auch für die genaue Recherche und das Engagement der Autorin gelobt. 2014 illustrierte sie für die deutsche Bundeszentrale für Politische Bildung das Dossier Sinti und Roma in Europa. Zurzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Comic-Roman Nachtwinkel. Bulling lebt und arbeitet in Berlin als Illustratorin und Comiczeichnerin, ihre Arbeiten erschienen zuletzt in Samandal (Beirut) und Kus (Riga).

Dorothee ElmigerDorothee Elmiger, geboren 1985 in Wetzikon/Schweiz, studierte in Zürich und Berlin Philosophie und Politikwissenschaft sowie Literatur am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und in Leipzig. 2009 war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses. Ihr erster Roman Einladung an die Waghalsigen (2010) wurde u. a. gleich mit zwei renommierten Debütpreisen – dem aspekte-Preis und dem Rauriser Literaturpreis – ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für ihren zweiten Roman Schlafgänger (2014) erhielt Dorothee Elmiger den Schweizer Literaturpreis 2015.

Gustav ErnstGustav Ernst, geboren 1944 in Wien, ist Autor von Romanen, Theaterstücken und Drehbüchern, Herausgeber und Juror. Seit 1996 ist er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift kolik und seit 2005 Leiter der Leondinger Akademie für Literatur gemeinsam mit Karin Fleischanderl, mit der er auch den Johann-Beer-Literaturpreis begründete. 2013 erhielt er den Preis für Literatur der Stadt Wien. Zuletzt erschienen die Romane Grundlsee (2013) und Zur unmöglichen Aussicht (2015).

Sebastian FasthuberSebastian Fasthuber, geboren 1977 in Kirchdorf/Österreich, studierte Vergleichende Literaturwissenschaften in Wien, wo er promoviert wurde. Er arbeitet als Literatur- und Musikkritiker für die Wiener Stadtzeitung Falter, News sowie Salzburger Nachrichten und war langjähriger Mitarbeiter bei Der Standard und Spex.

Reto HännyReto Hänny, geboren 1947 in Tschappina (Graubünden), arbeitete ab 1968 als Bergschullehrer und am Stadttheater Chur. Ab 1973 folgte ein Studium der Literatur, Ethnologie und Kunstgeschichte an der ETH Zürich. Nach den Züricher Jugendunruhen 1980 und einer Einladung des Berliner Künstlerprogramms folgte ein Umzug nach Berlin. Neben Studienaufenthalten in Polen war Hänny 1995 und 2005 Stipendiat der visarte Graubünden und Gast der CIA Paris. Seine Werke wurden mit namhaften Preisen ausgezeichnet, u. a. Max-Frisch-Preis 1985, Ingeborg-Bachmann-Preis 1994 und Schillerpreis der ZKB 2015. Zuletzt erschien Blooms Schatten (2014).

Florian HöllererFlorian Höllerer, geboren 1968 in Berlin, studierte Germanistik und Romanistik in Berlin und Paris und war zwei Jahre assistant instructor in Princeton. 1995 erhielt er den Ehrenpreis der Académie des Sciences, Belles Lettres et Arts Lyon für die Übersetzung der Gedichte René Leynauds (mit Judith Kees). Von 2000 bis 2013 leitete er das Literaturhaus in Stuttgart, wo er ab 2007 am Institut für Literaturwissenschaft unterrichtete. 2012 wurde er zum Honorarprofessor und zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt. Er ist Mitherausgeber der Reihe-Literaturhaus-Stuttgart und der Essay-Anthologien Betrifft (2007) und Zur Zeit (2010). Seit 2014 leitet er das Literarische Colloquium Berlin (LCB).

Phil Klay, geboren 1983, ist Absolvent des Dartmouth College und Veteran des U.S. Marine Corps. Er diente von Januar 2007 bis Februar 2008 als Presseoffizier in der irakischen Provinz Al-Anbar. Nach seinem Einsatz schloss er am Hunter College mit einem Master of Fine Arts ab und arbeitete als Assistent bei Richard Ford. Seine Beiträge erscheinen in zahlreichen Zeitschriften und  Magazinen u. a. The New York Times, Washington Post, Wall Street Journal und Newsweek.
Klays 2014 veröffentlichtes Buchdebüt Redeployment – die deutsche Ausgabe erschien noch im selben Jahr unter dem Titel Wir erschossen auch Hunde – mit Erzählungen aus dem Irak-Krieg wurde mit dem National Book Award, einem der renommiertesten US-Literaturpreise, ausgezeichnet. Zahlreiche Nominierungen und Preise folgten, darunter 2015 der Marine Corps Heritage Foundations James Webb award for fiction dealing with U.S. Marines or Marine Corps life.

Angelika KuźniakAngelika Kuźniak, geboren 1974, studierte Kulturwissenschaft und Linguistik in Frankfurt/Oder und Macerata/Italien. Sie arbeitet seit 2000 als Journalistin und Reporterin für die Gazeta Wyborcza sowie für deutsche, rumänische und ungarische Medien. Sie wurde dreimal mit dem Grand Press Preis ausgezeichnet (2004 für Mój warszawski szał, 2008 für Zabijali we mnie Heidi, 2009 für Przećwiczyłam śmierć, ein Interview mit Herta Müller). Für das Interview mit Herta Müller erhielt sie zudem den Barbara Łopieńska Preis 2009 für das beste Interview. 2009 erschien ihr Reportagenband Marlene, der den letzten Jahren Marlene Dietrichs in Polen gewidmet ist. Zuletzt erschien Papusza (2013), ein Buch über die polnische Roma-Dichterin und Sängerin Bronisława Wajs.

Liao YiwuLiao Yiwu, geboren 1958 in Yanting, Sichuan/China und in den 1980er Jahren einer der bekanntesten Dichter der jungen Generation in China, fiel früh durch seine regierungskritische Haltung auf. Seine Werke sind in der Volksrepublik China seit 1987 verboten. Im Anschluss an die Niederschlagung der Proteste auf dem Tian'anmen-Platz am 4. Juni 1989 verfasste er das Gedicht Massaker, für das er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Das PEN-Zentrum in China ehrte Liao Yiwu 2007 mit dem Preis Freiheit zum Schreiben, an dessen Entgegennahme er jedoch gehindert wurde. International bekannt wurde er 2009 mit seinem Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten. Im Sommer 2011 gelang es Liao Yiwu nach Deutschland zu fliehen, wo er seither in Berlin lebt. Der Autor wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2011 mit dem Geschwister-Scholl-Preis und 2012 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2012 erschien Die Kugel und das Opium, 2013 Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch.

Sebastian LörscherSebastian Lörscher, geboren 1985 in Paris, aufgewachsen in München, studierte Kommunikations-Design an der FH Würzburg-Schweinfurt und der Kunsthochschule Berlin. Er lebt und arbeitet als freischaffender Illustrator, Grafiker und Autor in Berlin und München. Seine vielfach ausgezeichneten Arbeiten umfassen illustrierte Bücher und Graphic Novels. In seinen jüngsten Arbeiten beschäftigt er sich insbesondere mit dem Medium der gezeichneten Reportage, bislang erschienen Bücher von seinen Reisen in den Karibikstaat Haiti (Haiti Chéri, 2013), das südindische Bangalore (Making Friends in Bangalore, 2014) und jüngst nach Österreich –„A bisserl weiter ... (geht's immer)“. Mit dem Skizzenbuch durch das wilde Österreich erscheint im Oktober 2015.

Rainer MerkelRainer Merkel, geboren 1964 in Köln, studierte Psychologie und Kunstgeschichte in Berlin. 2001 erschien sein Debütroman Das Jahr der Wunder, für den er den Preis der Jürgen-Ponto-Stiftung erhielt. Sein dritter Roman Lichtjahre entfernt (2009) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. 2013 wurde er mit dem Erich Fried Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die Reportage Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan (2012), der Roman Bo (2013) und Go Ebola Go. Eine Reise nach Liberia (2014). 2008 bis 2009 arbeitete er für die Hilfsorganisation Cap Anamur im einzigen psychiatrischen Krankenhaus im westafrikanischen Liberia. Rainer Merkel lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

V. S. NaipaulV. S. (Vidiadhar Surajprasad) Naipaul, geboren 1932 in Trinidad als ältester Sohn indischstämmiger Eltern, ging er 1950 mit einem Stipendium nach England, um in Oxford zu studieren. Er arbeitete kurz als Autor und Redakteur für das „Caribbean Voices“-Programm der BBC bevor er sich ganz dem Schreiben/der Schriftstellerei zuwandte. Er veröffentlichte über 30 Bücher – großteils Romane, aber auch Essays und Reiseberichte. In seinen ersten drei Büchern porträtierte Naipaul die Gesellschaft seiner Heimat Trinidad, der literarische Durchbruch gelang ihm mit A House for Mr. Biswas (1961, dt. Übers. Ein Haus für Mr. Biswas, 1981), der Roman auf dem Leben seines Vaters basiert. In nachfolgenden Werken behandelte Naipaul zunehmend politische Themen und begann über koloniale und postkoloniale Gesellschaften und deren Wandel zu schreiben, etwa über Afrika in A Bend in the River (1979, dt. An der Biegung des großen Flusses, 1979). In The Enigma of Arrival (1987, dt. Das Rätsel der Ankunft, 1987) bearbeitet er sein Leben in England. Seine rege Reisetätigkeit führte ihn u. a. nach Indien, Zaire, Uganda, Iran, Pakistan, Malaysia und Indonesien und fand Eingang in seine schriftstellerische Arbeit. Es entstanden teils heftig diskutierte nicht fiktionale Bücher über Indien – darunter An Area of Darkness (1965, dt. Land der Finsternis: Fremde Heimat Indien, 1997) und India: A Wounded Civilization (1977, dt. Indien, Eine verwundete Kultur, 1978) – oder Among the Believers: An Islamic Journey (1981, dt. Eine islamische Reise, 1982), einer sehr kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam und seinen extremistischen Strömungen. Der u. a. mit dem Somerset Maugham Award (1961) und dem Booker Prize (1971) ausgezeichnete Autor wurde 1989 von der englischen Königin zum Ritter geschlagen; 2001 erhielt Naipaul den Nobelpreis für Literatur.

Friedrich OrterFriedrich (Fritz) Orter, geboren 1949 in St. Georgen im Lavanttal, Journalist und Autor, studierte Slawistik, Geschichte, Germanistik und Philosophie. Ab 1974 arbeitete er als Redakteur und Reporter für den ORF in Krisen- und Kriegsgebieten (1989 Revolution in Rumänien, 1991 Jugoslawien sowie Zentral- und Südostasien, Naher und Mittlerer Osten). Für seine Arbeit wurde er u. a. mit dem Dr.-Karl-Rennerl-Preis für Publizistik (1992), dem OSZE Preis für Journalismus und Demokratie (2002) und dem Concordia-Preis für Menschenrechte (2005) ausgezeichnet. Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist, zuletzt erschienen die Reportagenbände Himmelfahrten. Höllentrips (2008) und Ich weiß nicht, warum ich noch lebe (2014).

Judith Nika PfeiferJudith Nika Pfeifer, geboren 1975, aufgewachsen in Wien und Oberösterreich, Autorin und Kommunikations- und Sprachwissenschaftlerin; sie besuchte die Leondinger Akademie für Literatur  und diverse Klassen am Schweizerischen Literaturinstitut. Ihre in New York, Montreal, Pavia und München realisierten Projekte beschäftigen sich mit transmedialen Aspekten von Literatur, Theater und angewandter Kunst. Sie wurde u. a. mit dem Autorenstipendium der Stadt Wien (2009), dem Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2010) und dem Reinhardl-Priessnitzl-Preis (2012) ausgezeichnet. Sie veröffentlichte zuletzt den Prosaband zwischen (2014) und die Lyriksammlung manchmal passiert auch minutenlang gar nichts (2015).

Martin PollackMartin Pollack, geboren 1944 in Bad Hall, studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Er ist Übersetzer polnischer Literatur, Journalist und Autor und war 1987– 1998 Korrespondent des Spiegel in Wien und Warschau. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise, u. a. den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln (2007) und den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2011). Pollack lebt im Südburgenland und in Wien. Zuletzt erschienen die Bände Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien (2010), Die Wolfsjäger. Drei polnische Duette (gemeinsam mit Christoph Ransmayr, 2011) und Kontaminierte Landschaften (2014).

Wolfgang PoppWolfgang Popp, geboren 1970 in Wien, studierte Sinologie und Geschichte in Wien und China. Er arbeitete langjährig als Studienreiseleiter im Fernen Osten sowie an Dokumentarfilmen und Kurzgeschichten. Seit 2005 arbeitet er beim ORF – zunächst als freier TV- und Radio-Redakteur, seit 2008 als angestellter Kulturredakteur beim ORF-Radio Ö1. Zuletzt erschienen die Romane Ich müsste lügen (2013) und Die Verschwundenen (2015).

Robert ProsserRobert Prosser, geboren 1983 in Tirol, lebt dort und in Wien. Auf ein Studium der Komparatistik sowie Kultur- und Sozialanthropologie folgten längere Aufenthalte in Asien, in der arabischen Welt und in England. Er ist österreichischer Kurator von Babelsprech zur Förderung junger deutschsprachiger Dichtung. Prosser wurde 2014 mit dem Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung, dem Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin (LCB) und dem Reinhard-Priessnitz-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien der Roman Geister und Tattoos (2013). Robert Prosser ist einer der drei Kuratoren des deutsch-österreichisch-schweizerischen Pojektes BABELSPRECH zur Förderung junger deutschsprachiger Lyrik und als solcher Mitherausgeber der Anthologie Lyrik von Jetzt 3 (2015)

Christoph RansmayrChristoph Ransmayr, geboren 1954 in Wels/Oberösterreich, studierte Philosophie und Ethnologie und lebt in Wien. Neben den Romanen Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1984), Die letzte Welt (1988), Morbus Kitahara (1995) und Der fliegende Berg (2006) erschienen kleinere Prosaarbeiten zu verschiedenen Spielformen des Erzählens – u. a. Der Weg nach Surabaya (1997), Die Unsichtbare (2001), Geständnisse eines Touristen (2004), Damen & Herren unter Wasser (2007), das Theaterstück Odysseus, Verbrecher. (2010), Atlas eines ängstlichen Mannes (2012) und Gerede. Elf Ansprachen (2015). Für seine Bücher, die bisher in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem die nach Friedrich Hölderlin, Franz Kafka, Bert Brecht und Ernst Toller benannten Literaturpreise, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix Aristeion der Europäischen Union und zuletzt den Donauland Sachbuchpreis (2014) und den Fontane-Preis für Literatur (2014).

Caterina SansoneCaterina Sansone, geboren 1981 in Florenz, studierte Fotografie in Bologna und verfasste ihre Abschlussarbeit über Francesca Woodman. Sie arbeitete im Magnum-Archiv in Paris und als Assistentin u. a. von Ilse Frech und Giampiero Assumma, bevor sie sich als freiberufliche Fotografin in Paris niederließ. 2010/11 war sie Mitglied der École Municipale d’Arts Plastiques von Vigneux-sur-Seine. 2012 erschien in Kooperation mit Alessandro Tota ihre erste Publikation Palacinche. Storia di un'esule fiumana, korrespondierende Ausstellungen fanden in Rom (Palazzo Inconto, 2012) und Bologna (BilBolBul Festival 2011) statt. In ihrem letzten Projekt, Litte Women (2011-14), befasste sich Sansone mit jungen Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden.

Javier SebastiánJavier Sebastián, geboren 1962 in Saragossa/Spanien, studierte spanische Philologie und Literatur. Er ist Autor der Erzählbände Pomo Rosso (1984) und El descanso de los cautivos (1991). El ciclista de Chernóbil (2011) wurde in mehrere Sprachen übersetzt (deutsche Ausgabe Der Radfahrer von Tschernobyl, 2013) und mit dem Pen Award Book of the Year 2011 und dem Prix d'Europe 2015 prämiert. In Spanien liegen bereits fünf Romane und mehrere Erzählbände von ihm vor, zuletzt erschien Puente de Vauxhall (2014). Sebastián lehrt Kreatives Schreiben an der Autonomen Universität von Barcelona und Kulturmanagement an der Universität von Saragossa.

Alessandro TotaAlessandro Tota, geboren 1982 in Bari/Italien, ist Zeichner und Illustrator. Er studierte bildende Kunst an der Akademie der Schönen Künste in Bologna. Zeitgleich gründete er das einflussreiche Magazin Canicola, welches 2007 mit dem Preis für den besten alternativen Comic des bedeutendsten Comicfestivals Europas in Angoulême ausgezeichnet wurde. Seine erste Graphic Novel über die Flüchtlingsproblematik in Paris, Terre d'Accueil (2010), gewann u. a. den Kritikerpreis für das beste Album der Romics 2010. Mit seiner zweiten Erzählung Fratelli (2011) wurde er über die Grenzen Italiens hinaus bekannt. Seine Arbeiten wurden u. a. in Bologna, Helsinki, Paris, Luzern und Hamburg ausgestellt. 2012 erschien in Italien in Zusammenarbeit mit der Fotografin Caterina Sansone Palacinche. Storia di un'esule fiumana, eine Reportage in Mischtechnik. Er lebt in Paris und veröffentlicht Comics und Kinderbücher bei verschiedenen französischen Verlagen.

Hope TuckerHope Tucker, geboren 1974 in Memphis, graduierte mit einem B.F.A. des School of the Art Institute in Chicago und einem M.F.A. in Film und Videoproduktion der Universität Iowa. Sie ist MacDowell and Yaddo Fellow und war in der Phillips Academy Andover zu Gast. Tucker ist Assistant Professor für Video und Film am Hampshire College, sie lehrt außerdem Fotografie, Animation, Neue Medien und Visuelle Studien in den USA und Großbritannien. Seit 2000 befasst sie sich mit The Obituary Project, einem Kompendium bewegter Bilder mit dem Ziel der Transformation alltäglicher und populistischer Narrative durch recycelnde Kontextualisierung, das unter anderem in Wien, Kairo, Toronto, New York und London ausgestellt wurde.

William T. VollmannWilliam T. Vollmann, geboren 1959 in Santa Monica/Kalifornien, besuchte das Deep Springs College, absolvierte ein Komparatistikstudium in Berkeley, und lebt in Sacramento. Er veröffentlichte bislang rund 20 Bücher – Romane, Erzählbände und Sachbücher. Daneben schreibt er als Journalist regelmäßig u. a. für The New Yorker, New York Times Magazine, Esquire, Wall Street Journal. Sein Anspruch an Genauigkeit und Authentizität führte ihn immer wieder in Krisenregionen wie nach Afghanistan zu den Mudschahedin (An Afghan Picture Show; or, How I Saved the World, 1992, dt. Afghanistan Picture Show oder Wie ich die Welt rettete, 2003). Die Frage der Gewalt und ihre ethische Bewertung ist ein zentrales Thema in Vollmanns umfangreichen Werk – sowohl in seinen nichtfiktionalen Texten wie der Studie Rising up and Rising down (2003) als auch in Romanen wie dem mit dem National Book Award ausgezeichneten Europe Central (2005, dt. Europe Central, 2009) über zwei große totalitäre Regime des 20. Jahrhunderts, das „Dritte Reich“ und die Sowjetunion. 2015 erschien der Roman The Dying Grass, der fünfte Teil der Seven Dreams-Serie, an der Vollmann seit über 25 Jahren arbeitet und die die Besiedelung Nordamerikas zum Thema hat – von den Wikingern im Mittelalter bis zu den Navajos und Hopi in Arizona im 20. Jahrhundert.

Fabian WeißFabian Weiß, geboren 1986, studierte Fotografie in Wien, Dänemark und London. n seinen fotografischen Essays erforscht er kulturelle Veränderungen unserer Zeit. Seine Arbeit als freischaffender Fotograf wurde weltweit ausgestellt und veröffentlicht (u. a. in Geo, Spiegel, New York Times) und vielfach ausgezeichnet. Er erhielt den CNN Journalist Award 2013, den BFF Förderpreis 2013 und den Getty Emerging Talent Award. Weiss arbeitet überwiegend im Baltikum, Osteuropa und weiter östlich.

Judith ZdesarJudith Zdesar, geboren 1980, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien, danach Buch, Dramaturgie und Regie bei Michael Haneke an der Filmakademie Wien, wobei sie Auslandssemester an der HFF Potsdam Konrad Wolf (Klasse Drehbuch) und an der Université Stendhal in Grenoble (Klasse Künstlerischer Dokumentarfilm) verbrachte. Für den Kurzdokumentarfilm Bilder aus dem Tagebuch eines Wartenden erhielt sie 2007 den Diagonale-Preis für den besten Kurzdokumentar- und Kurzspielfilm, 2010 wurde ihr der Förderungspreis des Landes Kärnten in der Sparte Film und Elektronische Medien verliehen. Zuletzt: Farben einer langen Nacht (2011), Vakuum (2013), Die andere Seite (2014).

 

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